Spurnullbahner

Gotha T57 + T59

Steckbrief Triebwagen

Vorwort

 
TW 57 vs. TW 59. Was hat das zu bedeuten? Die Zahlen sind vereinfacht gesagt Hinweise auf die Versionsjahre oder Entwicklungsjahre. Wie jedes technische Produkt wurden auch die Neubau-Fahrzeuge immer wieder weiterentwickelt bzw. verändert. Einen guten Überblick bietet das Buch von Peter Kalbe und Hans Wiegard: Straßenbahnwagen aus Gotha vom Dirk Endisch Verlag. Sehr zu empfehlen! Auf den Seiten 176 bis 180 sind alle technischen Änderungen aufgeführt. 
 

Daten vom Vorbild

Serie

TW 400 bis 406

Straßenbahnbetrieb

VEB (K) Magdeburger Verkehrsbetriebe

Hersteller

VEB Waggonfabrik Gotha

Baujahr

1960/61

Spurbreite

1.435 mm

Maße

Länge 10.900 mm

Achsabstand

3.200 mm

Motorleistung

2 x 60 KW

Elektr. Ausrüstung

LEW

Bemerkungen

Geschlossener Zweirichtungswagen
22 Sitzplätze, 65 Stehplätze

Historie des TW 400

1965 Umzeichnung in TW 406
1979 Umbau zu ATW 704
1990 Verschrottung

 

Bilder vom Vorbild




Die Gothaer Museumswagen .. wie aus einem Ei gepellt. Im rauhen DDR-Alltag hatten die Wagen eine Menge auszuhalten und sahen alles andere als "hübsch" aus.




Der Gothaer-Wagenzug ist regelmäßig an historischen Fahrtagen im Einsatz. Hier vor dem City-Carre an der Haltestelle Hauptbahnhof.

Weitere Informationen HIER

Die Restaurierung eines Gotha-Triebwagens HIER



Steckbrief Modell

Daten vom Modell


Wagennummer

TW 400 und 401

Ausführungsvariante

Ca. 1960 bis 1965

Baujahr

2017

Maßstab

1 : 43

Spurbreite

32 mm

Bauweise

Mischbauweise - teilweise unter Verwendung vorgefertigter Teile, Unikat, nach Zeichnung gebaut

Material

Kupferguss (Wagenkasten), Messingblech, -profile,             -gussteile und -drehteile, Resinguss- u. 3D-gedruckte Teile

Betriebsart

Digital (DCC-Decoder von Lenz)

Antrieb

Fahrzeug wird mit zwei Faulhaber-Motoren ausgestattet, beide Achsen über Schneckenzahnradantrieb angetrieben

Bemerkungen

Innen- und Außenlicht (Funktionen einzeln schaltbar), mit kompletter Inneneinrichtung

Bilder vom Modell

Im Gegensatz zum Vorbild entsteht ein kompletter Zweirichtungs-Wagenzug mit Triebwagen und zwei Beiwagen. Der Grund dafür ist, dass die Gussrohlinge auf beiden Seiten Türen haben. Ein Umbau wäre zu aufwendig.

Außenansichten vom Wagenkasten

Auf Bestellung habe ich schon Wagen mit einer Magdeburger Lackierung bekommen. Bei der Auswahl der richtigen Farb-Codes kommt man schon mal ins Grübeln. Ich finde, dass die drei Hauptfarben Grau, Grün und Elfenbein (oder auch Creme) gut getroffen sind.



Am Wagenkasten sind im Prinzip nur noch einige Zurüstteile inkl. der Beschilderung zu ergänzen. Er ist nahezu perfekt.



Bild oben: hier sind die vier Aussparungen für die Räder / Radkränze gut zu erkennen ... leider die falsche Spurweite. Das muss geändert werden. Komplett neu machen oder nur die entspr. Bereiche?



Die Vorderansicht. Sehr schön anzusehen der fein ausgearbeitete Scheibenwischer. Auch die Zierstreifen machen einen sehr guten Eindruck.

Der Scheinwerfer wird mit einem Messingteil aufgehübscht. Das obere Linienschild wird geöffnet und mit einer Hinterbeleuchtung versehen. Die gelben "Lichter" unten werden vorsichtig entfernt und anschließend aufgebohrt und später von hinten mit roten LED's versehen.


Ein Blick in die Fahrerkabine.


Die Türgriffe fehlen noch ...









Diverse Beschriftungen fehlen natürlich auch noch, aber das ist eher eine Kleinigkeit, die aber für die Gesamtwirkung von großer Bedeutung ist.


... ansonsten ein sehr schönes Modell ... eben Handarbeit.

Innenansichten

Den Boden inkl. der Aufbauten wie Sitze und Fahrerkabine/-stand kann man relativ einfach nach unten herausziehen.



Die Trennwand der Fahrerkabine wird auf jeden Fall auch ausgetauscht und besser positioniert, so dass sie nicht von außen an der Scheibe zu sehen ist.


Die Sitzpolster sind ja nicht schlecht, aber ... da fehlen ja Sitze!




Die Griffstangen sind sehr "robust" ausgeführt. Auch hier werde ich geätzte Bauteile verwenden, an denen auch die Zahlboxen angebracht werden (zumindest auf einer Seite).


Der Boden ist gut detailliert und vorbildgerecht. Eine Motorisierung der Triebwagen wird allerdings nicht ohne Spuren bleiben.

Das Fahrgestell

Das mitgelieferte Fahrgestell ist ein Resin-Guss und für die Spur 0e konzipiert (im Original 750 mm). Diese Spur ist unter den Schmalspur-Eisenbahnern doch recht häufig anzutreffen. Im Raum Hamburg gibt es eine ganze Fan-Gemeinschaft --> HIER.



Na ja, vielleicht kann man die Fahrgestelle aus Resin für Beiwagen oder irgendwelche anderen Wagen nutzen. Sie müssen dann mittig getrennt werden und auf die Spur 0 - Breite umgebaut werden.

Ich denke, dass ich die Fahrgestelle neu bauen werde. Mir schwebt eine Mischbauweise vor (geätzte Messingteile, Messingprofile, Messingguss --> Radlager und Teile aus dem 3D-Drucker).

Messen hilft! Es gibt noch einen Grund, die Resinguss-Fahrgestelle nicht zu verwenden. Der Achsabstand ist auf 3.000 mm (Originalgröße) ausgelegt. Tatsächlich sind es aber 3.200 mm. Also umgerechnet 74,4 mm bei einem Maßstab von 1 zu 43. Da für die Motorisierung mit zwei Motoren jeder Milimeter zählt, werde ich nicht 4,6 mm "verschenken" ... ist schon irgendwie komisch, weil die Länge des Resin-Fahrgestells passig ist.






Baubeschreibung

Das neue Fahrgestell

Der Fahrgestellrahmen wird ähnlich wie beim Beiwagen aus drei Hauptteilen zusammengesetzt. Das Mittelteil wird aus Messingteilen und die seitlichen Blenden als 3D-Druckteile hergestellt, um die feinen umlaufenden Stege (ca. 1 mm tief) schnell herstellen zu können. Beim Hechtwagen hatte ich dünne Messingblechstreifen Stück für Stück aufgelötet ... keine dankbare Aufgabe.

Die Blenden der Triebwagen-Fahrgestelle:



Auf der Rückseite befindet sich eine 0,5 mm hohe Vertiefung. Hier kommt das Messingblech (Dicke 0,5 mm) vom Mittelteil passig rein.

Hier der fertige Teilesatz für insgesamt 4 Triebwagen:



Auf Grund der geringen Dicke der umlaufenden Stege (0,4 mm) ist nur das Material Frosted Ultra Detail nutzbar.

Auf der Rückseite befinden sich an 8 Stellen keilförmige Teilestrukturen, die die Blenden am Mittelteil festhalten sollen.





Passen die Fahrgestellblenden auf die Messingaußenbleche des Fahrgestells? Mit relativ wenig Nacharbeit ganz gut.

2 Innenansichten:





Außenansicht:




Das Mittelteil

Das Mittelteil, welches auch den Antrieb (2 Faulhabermotore) aufnehmen soll, wird im Gegensatz zum Beiwagen aus geätzten Messingblechen hergestellt.

Ein erster Zwischenstand der Zeichnung für die Messing-Ätzplatte:



Die Lücken werden noch mit Zurüstteilen (auch für andere Modelle) ergänzt. Wäre ja schade um den Platz.

Ach ja, ich brauche ja die Teile für 3 Triebwagen (2 normale TW und einen ATW) ... da hatte ich mich doch im ersten Schritt vertan.

Die leeren Flecken sind nun mit allerlei Teilen gefüllt. Die gelben (auch lilafarbenen) Flächen sind Biegekanten oder Teile, die mit halber Dicke hergestellt werden (wird nur halbseitig geätzt). In der Regel wird die Teilestruktur, die weggeätzt werden soll, auf der Vorderseite "gelöscht". Das hat den Grund, dass man dann bei den Verbindungsstegen nicht so die Probleme bekommt, weil einfach mehr Material verfügbar ist. Aus meiner Sicht hat sich das sehr gut bewährt.

Noch ein Tipp: das Zeichnen bestimmter Elemente sollte auf Ebenen geschehen. In den meisten Fällen nutze ich drei Ebenen: eine Ebene für die Teile inkl. der gelben Flächen (halbe Dicke), eine Ebene für den Hintergrund inkl. der Zentrierkreuze und eine Ebene für die Verbindungsstege.

Ach ja, alles schon passsiert ... fehlen Verbindungsstege, fallen die Teile im Ätzbad herunter ... wer suchet, der findet.



Hier die fertigen Zeichnungen:

Die Vorderseite ohne Verbindungsstege:


Die Rückseite mit den Verbindungsstegen:


Die Rückseite ist 1 zu 1 vertikal gespiegelt (horizontal ist natürlich auch möglich, aber ich habe mich an diese Verfahrensweise gewöhnt). Hier muss sehr genau gearbeitet werden, damit beide Filme, die für das Ätzverfahren benötigt werden, zu 100% deckungsgleich sind. Wenn nicht, kann man fast schon von Ausschuss sprechen. Die Teile sind im Grunde genommen nicht zu gebrauchen.

Die Ätzplatte ist eine 0,5 mm dicke Messingplatte. Für die Triebwagenbauteile verwende ich meistens diese Dicke und für die Beiwagen nur 0,4 mm, um etwas an Gewicht zu sparen.



Sieht doch sehr gut aus. Selbst die filigranen Handräder sind sehr gut gewurden. Es folgt die Vereinzelung. Das geht noch relativ schnell. Aber das Entfernen der vielen Verbindungsstege braucht seine Zeit und viel Geduld. Die (Füll-)Teile, die für andere Wagen bestimmt sind, kommen erst einmal unbearbeitet in die vielen Kleinteile-Boxen.

Ein neuer Lösungsansatz - die 3er Lösung

Warum? Ziel ist es, den Zeitaufwand so stark zu reduzieren, um vielleicht auch einmal ein Objekt für andere Modellstraßenbahner anzubieten.

1. Ätzteile als stabiler Kern (rote Teile, nur teilweise dargestellt)

2. In der Mitte der Motoraufnahmeblock als 3D-Druckteil (schwarz)

3. Außen zwei filigrane Blenden als 3D-Druckteile inkl. Radlager und Blattfedern (schwarz)

Die Übersichtszeichnung:



Zu 1.: Die Zeichnung mit den Ätzteilen (Vorstufe/Vorderansicht):

 

Die obige Zeichnung lässt auch noch eine alternative Bauvariante zu. Die zusätzlichen Aufnahmebleche für Radlager     ermöglichen auch den Einbau von Radlagern aus Messingguss. Die seitlichen Längsbleche haben deshalb an beiden seiten eine halbseitige Ätzung (halbe Dicke) bekommen. Außerdem sind sie in der Höhe anpassbar, je nach dem, welche Zahnräder verwendet werden.

Zu 2.: Motoraufnahmeblock / Mittelteil



Unter anderem wurde die Aufnahme der Schienenbremsen verändert. Dadurch wurde auch das Ätzteil vereinfacht und Arbeitsschritte beim Zusammenbau der Fahrgestellteile eingespart. Weiterhin wurden die beiden mittleren Bohrungen unten mit einer Platte versehen, um mehr Stabilität zu erreichen. Die Befestigungslöcher wurden auf 2 reduziert. Das sollte ausreichen. Die untere Längskante wurde etwas zurückgesetzt und abgerundet, um vorsorglich Platz für Lötstellen zu schaffen.

Seitlich wurden Öffnungen eingebracht, um die seitlichen Fahrgestellblenden aufzunehmen. Unten sind 4 Löcher im Mittelteil, so dass von unten die Blenden angeschraubt werden können.

Zusätzlich wurden noch 4 Klemmbacken für die Befestigung der beiden Motoren mit in die Zeichnung aufgenommen.

zu 3.: Die Blenden für das Fahrgestell



Die Fahrgestellblenden werden zusätzlich vorn und hinten am zusammengesetzten Hauptteil (aus Ätzteilen) von unten angeschraubt.

Hier noch zum Abschluss eine Montageskizze:



Eine weitere Variante besteht nur aus gedruckten Teilen. In die Radlager werden Messinghülsen eingesetzt. Die seitlichen Fahrgestellblenden werden am Mittelteil und an den beiden Endstücken angeschraubt, sind also abnehmbar. Das ist auch notwendig, um die Radsätze montieren zu können. Bei dieser Variante werden nur noch ganz wenig Messingzurüstteile benötigt.