Spurnullbahner

Im Gleis

 



Wo ist das Problem?

Es gibt keine Rillenschienen für die Spur 0 zu kaufen (mal abgesehen von den Messingprofilen der Fa. Hassler-Profile).

Schwerpunkt wird der Einsatz von Rillenschienen sein. Die Fa. Hassler-Profile aus LI-9487 Gamprin stellt auch für die Spur 0 Rillenprofile her. Das Profil sieht sehr gut aus - Ohne Zweifel. Für ein Meter Gleis (Profil 3,5 x 3,0 mm) muss man ca. 23 Euro hinlegen. Da hat man aber auch noch keine Pflasterung.

Für meine Anlage werde ich dennoch ein anderes Profil wählen, in der Hoffnung, dass die Montage einfacher ist.

Die Skizze verdeutlicht den Unterschied zu den Profilen von Hassler:



Dadurch, dass als Ausgangsmaterial 4 x 4 mm Vierkantmessing verwendet wird, sind die Kosten pro Meter erschwinglich. Was mir noch fehlt, ist eine Biegevorrichtung.

Die Teilstücke werden auf Leiterplattenstreifen oder auf Messingstreifen (Reststücke von den Ätzplatten) gelötet. Hierzu werde ich mir mehrere Abstandslehren anfertigen, damit die Maßhaltigkeit gegeben ist. Je nach Betriebsart müssen die Streifen durchtrennt werden oder auch nicht. Hier bietet sich ein Dremel mit einer Trennscheibe an.

Vergleicht man das bei Hassler angefertigte Profil mit dem von ETS, dann ist bei dem ETS-Gleis eine Lücke von 3,0 bis 3,2 mm für den Spurkranz. Also 0,6 bis 0,8 mm mehr. Laut MOROP Norm 310 sollen es 2,6 mm sein. Also fehlen beim Hassler-Profil 0,2 mm, die aber aus meiner Sicht keine Beeinträchtigung hervorrufen.

Mögliche Betriebsarten für 2-Leitersysteme:

1. Variante: mit Oberleitungsbetrieb (Fahrdraht wird mit Strom versorgt): beide Schienen Pluspol und Oberleitung Minuspol

2. Variante: ohne Oberleitungsbetrieb: eine Schiene Pluspol, die andere Schiene Minuspol, die Oberleitung (falls vorhanden) könnte man für Schaltkontakte nutzen.

Wer sich nicht sicher ist, sollte bei Variante 2 einfach je Seite zwei Drähte anlöten und sie vorsorglich nach unten führen, so dass bei Bedarf beide Seiten durch Zusammenlöten der Drähte wieder verbunden werden können. Das könnte sich bei späteren Änderungen 100%ig auszahlen!

Die gefrästen Schienenprofile sind eingetroffen:

Hier ein Foto:



... macht doch einen professionellen Eindruck. Die quadratischen Profile haben einen großen Vorteil: mit einer selbstgebauten Abstandslehre kann das Profil exakt verlegt und befestigt werden (kein Verkanten).


 
Manchmal müssen die Profile auch gebogen werden. Ohne eine Biegevorrichtung kommt man kaum aus, wenn die Profile gleichmäßig gebogen sein sollen. Eine Biegevorrichtung kaufen oder selbst bauen? Das ist hier die Frage.

Siehe auch weiter unten.

Update v. 03.07.2021:

Ein Testzusammenbau einer Großverbundplatte mit Hilfe der oben beschriebenen Rillenschienen ist heute vorgesehen. Aber vorher ein Blick zurück.

Die 12,5 m langen Großverbundplatten wurden in Dresden gefertigt:



Quelle: Magdeburger Volksstimme, Aufnahme ZB/Häßler, Ausgabe vom 27.03.1974

Die beiden Rillenschienen werden zunächst auf Messingblechstreifen aufgelötet. Eine Abstandslehre leistet hier gute Dienste. Die Blechstreifen werden später nach der Montage durchtrennt, wenn ein klassischer 2-Leiterbetrieb geplant ist.



Der Mittelraum wird mit 2 mm dicken Finnpappenstreifen ausgelegt. Die Randstreifen bekommen einzelne Betonplattennachbildungen. Zwischen zwei Gleisen sind normalerweise Einzelne Betonplatten verlegt.

Im Modellbau muss aber wegen des größeren Abstandes (hier 40 mm) eine andere Lösung gefunden werden. Eine Variante besteht aus zwei 19,5 mm breiten Platten. Ohne Kompromisse geht es nicht!

Damit das gefräste Gleisprofil nicht so stark in Erscheinung tritt, wird später die Rille inkl. Innensteg mit Revell AquaColor in der Farbe "Erde" oder "Rost" lackiert. Im Bild unten kann man sehr gut den Unterschied feststellen.

Die zweigleisige Variante hat einen Mittenabstand zwischen beiden Gleisen von 75 mm. Die 75 mm ergeben sich aus 32,0 mm Spurweite, 2 x Breite des Schienenkopfes = 2 x 1,3 mm und aus dem Abstand zwischen beiden Gleisen von 40,4 mm. Der optische Gesamteindruck ist mit 75 mm noch gut vertretbar.



Die Farbgebung der Betonplatten ist hier nur vorläufig. Bei architekturbedarf.de gibt es eine Betonstrukturfarbe, die nach Lieferung mal ausprobiert wird. Ansonsten micht man die Farben Weiß, Schwarz und Oker miteinander. Es empfiehlt sich nicht, einfach nur einen Grauton zu verwenden und wenn der auch noch blaustichig ist, dann wird das nichts Halbes oder nichts Ganzes.
Von wegen Farbe in Betonoptik ... dabei handelt sich in Wirklichkeit um ein mineralisches Pulver, welches auch noch sehr grobkörnig ist. Das war wohl eher ein Fehlkauf. Wer lesen kann, ist eindeutig im Vorteil. Wenn man das Pulver z. B. im Mörser nachbearbeitet, wäre es ggf. doch noch nutzbar. Mal sehen, ob es noch eine andere Lösung gibt.

Die Farbe "Betongrau" mit der RAL-Nummer 7023 ist natürlich auch eine Möglichkeit. Die Farbmischung ist wie folgt: Rot 50%, Grün 50% und Blau 46%. Dieser Farbton gefällt mir persönlich am besten.

Die preisgünstigste Fertig-Betonfarbe bekommt man von Faller (250 ml für rund 7 Euro). Ja man kann natürlich nicht von allen Herstellern je eine Testflasche kaufen, aber Faller und Heki 6600 sind wohl nach meinen Recherchen gut verwendbar. Die Farben können mit unterschiedlichen Farben oder Pigmenten nachbehandelt werden.

In einer Kiste habe ich noch Farben von Gunze Sangyo gefunden. Da habe ich mal Zementgrau mit etwas Weiß und wenig Ocker gemischt. Das Ergebnis ist auch durchaus akzeptabel. Zum Vergleich liegt im Bild unten eine RAL-Farbkarte (Farbe Betongrau 7023).



Ein Blaustich ist nicht mehr zu erkennen.

Mit der Messingdrahtbürste wurde der frische Farbanstrich in Querrichtung nachbearbeitet.



Vielleicht fehlt noch ein Spritzer Grün? Ja ok, da kann man sich stundenlang mit beschäftigen. Beton ist nicht gleich Beton. Alterung und zahlreiche äußere Einflüsse beeinflussen sehr stark das Aussehen einer Betonfläche.
Eine Nachbearbeitung mit unterschiedlichen Pigmentfarben bringt Leben auf die Platte.




Das Thema "Betonfarbe" scheint unerschöpflich zu sein. Auf dem Foto des folgenden Links sieht diese "Betonfarbe" echt gut aus:

Betonfarbe


Um es auf die Spitze zu treiben.

Von www.stangel.eu (Polen) gibt es eine Paste für die Gestaltung von Wänden und Beton (Acrylmasse für Putz und Betonimitation). Das habe ich auch noch getestet. Die Masse wird dünn mit einem kleinen Spachtel o. ä. aufgetragen und nach kurzer Trockenzeit mit einem härteren Pinsel in eine Richtung verstrichen. Dadurch entstehen wunderbare Querrillen, wie im echten Leben bei der Glättung von frischem Beton mit einem Brett. Nach der Trocknung können die Farbgebung und das Finish folgen.



Das untere Bauteil im Bild oben ist mit einer Textur (Pinsel-Struktur) behandelt. Ich hoffe, dass der Unterschied zu der oberen Platte gut erkennbar ist. Nach dem Trocknen der Farbe kann die Platte noch mit feinem Schleifpapier nachbearbeitet werden.

Das Musterteilstück (Testaufbau) mit mittig angeordneten "Betonplatten" sieht dann so aus:



Die Betonplatten mittig, oben und unten hatten im Original meistens eingearbeitete Drahtösen aus Baustahl, die später mit Bitumenmasse mühsam vergossen wurden.
Bei den Platten in der Mitte wurde einfach ein Lötkolben mit einer Spitze verwendet. Bei den anderen Platten wurden die Pappstückchen angebohrt und mit einem PermanentMarker nachgearbeitet. Die erste Variante finde ich persönlich besser ... geht auch schneller.

Die Fahrbahn, die an den kleinen Platten unten und oben anschließt, kann nach Belieben gestaltet werden. Entweder wird ein Kopfsteinpflaster oder eine Asphaltfahrbahn nachgebildet.



Warum diese Variante für das Rillenprofil? Es sieht einfach nicht so toll aus, wenn man die "Kleineisen" eines normalen Gleises sieht, wenn man den Zwischenraum zwischen den beiden Schienen irgendwie füllt.

Die Brücke zeigt genau dieses Bild, was noch einmal geändert werden muss.



Eine eingleisige Gleisanlage mit einer Großverbundplatte könnte dann so aussehen:



Ein Makel gibt es dennoch ... das Material Messing ist vielleicht nicht die beste Wahl. Neusilber wäre besser. Ok man kann nicht alles haben.

Der Deckaufbau besteht aus einer Unter- und einer Oberschicht. Die Unterschicht, die auch aus 2 mm dicken Finnpappestreifen besteht, hat in der Mitte eine Lücke für die Verlegung von Kabeln. Die Oberschicht ist wie bereits oben erwähnt, die in Betonoptik lackierte 2 mm dicke Finnpappe ... also insgesamt 4 mm Gesamthöhe. Die Schienenprofile sind ja auch 4 mm hoch.

Nun wird ja nicht alles mit den Großverbundplatten gebaut, sondern auch einige Streckenabschnitte bekommen eine Kopfsteinpflasterung. Für die ebenen Flächen kann ein Gipsguss verwendet werden. Ein Resinguss ist natürlich auch möglich oder Kunststoffplatten. Eine passende Gießform ist leider nicht im Handel verfügbar (das wäre schon ein großer Zufall). Tja, entweder kauft man die entspr. Platten einzeln und setzt sie mühevoll zusammen oder man baut sich ein pasendes Urmodell und stellt eine Gießform her.

Für die Brücke ist wahrscheinlich eine Lösung aus flex. Kunststoff die bessere Lösung. Die Zeichnung ist bereits erstellt. Ein Schnapper ist das aber auch nicht, wenn man das drucken lässt. Eine zweite Variante wäre das Gießen der Platten aus Resin. Resin kann unter Wärmeeinwirkung relativ leicht verformt werden. Aber auch hierfür müssen Urmodelle und Gießformen hergestellt werden.



Die Streifen wurden aus einzelnen sehr unterschiedlichen Pflastersteinen bzw. Segmenten zusammengesetzt. Die gedruckten Teile könnten dann auch für ein Urmodell bzw. Gießform verwendet werden.

01.08.2021: Die Gießformen sind komplett fertig. Resin ist bestellt, so dass bald ein erster  Probeguss gemacht werden kann.

Alternativen zum gefrästen Schienenprofil von Hassler?

Man kann sich natürlich auch aus verschiedenen Messingprofilen auch ein eigenes Schienenprofil zusammen- basteln.

Zum Beispiel wäre so eine Variante möglich:



Die lichte Breite oben zwischen den Profilen könnte man flexibel gestalten (L-Winkel einfach mit einer Lehre auf gleichen Abstand anlöten).

Auf der sicheren Seite wäre man mit einem Doppel-T-Profil 3 x 1,5 mm und einem L-Profil 3 x 3 mm. Dann wäre die Spurrille rund 2,5 mm groß.




Wer kein Messingprofil mag, kann natürlich auf die handelsüblichen Neisilber-Schienenprofile zurückgreifen.

Eine Variante mit einem PECO-Neusilberprofil 124 könnte so aussehen:



Das Schienenprofil von Peco ist bei Weichen-Walter für 3,90 € (90 cm) zu kaufen. Das L-Messingprofil kostet aktuell bei architekturbedarf.de  4,99 € (1 m). Also würde man für rund 18 € knapp 1 m Straßenbahn-Rillengleis bekommen.

Die Montage wäre auch nicht so schwer. Zuerst werden die PECO-Schienenprofile aufgelötet (Abstandslehre verwenden) und danach die L-Winkel.

Man könnte natürlich auch das PECO-Profil mit einem L-Winkel 3 x 2 mm kombinieren, um einen kleineren Rillenabstand zu erhalten.



Es bleibt das Problem der Herstellung von gebogenen Rillenschienen. Eine Lösung wäre die Verwendung von Kunststoffwinkeln von ASA. Die kann man auch mit Wärme verformen. Lassen sich auch gut farblich behandeln. Sie müssen halt nur geklebt werden. Hier wären 3 x 3 mm Winkel zu empfehlen. Ob man einen Schenkel kürzt oder auch nicht, muss man dann in der Praxis sehen.

Das Prinzip kann auch für andere Schienenprofile angewendet werden. Man muss nur schauen, dass die Maße der verwendeten Teile zueinander passen.

Zum Beispiel gibt es mit etwas Glück noch recht günstig die POLA-Maxi-Schienen zu kaufen. Sie haben eine Höhe von ca. 2,8 mm. Da würde halt ein Winkel 2 x 3 mm oben etwas überstehen.



Werden die Gleise eingepflastert oder sonst wie verdeckt, dann ist fast kein Unterschied zwischen PECO und POLA-MAXI zu erkennen.

Probieren geht über Studieren!

Test-Eigenbau

Da noch einige PECO-Schienenprofile vom Typ 124 in der Restekiste lagen, wurde ein Testzusammenbau mit L-Profilen gestartet. Und siehe da, es hat ganz gut geklappt. Für die L-Winkel wurde zuerst ein 3 x 3 mm Winkel verwendet. Man könnte auch auf 3 x 2 mm runtergehen. Ein Winkelprofil 3 x 2,5 mm gibt es leider nicht ... das wäre ideal. Allerdings bleibt dann ein kleine Lücke zwischen dem L-Winkel und dem Schienenprofil. Das ist jetzt Geschmackssache oder besser, man probiert seine Wagen aus, ob sie gut laufen.



Rechts: L-Winkel 3 x 3 mm, links: 3 x 2 mm.

Optisch gefällt mir die linke Variante besser. Als Abstandshalter wird ein passendes Stück Holz beim Anlöten verwendet. Hier wurde ein Holz mit 2,1 mm Dicke verwendet.

Testaufbau mit POLA-MAXI-Schienenprofilen:






Das ist auf jeden Fall auch eine gute Alternative.

Rillenschienen von Fasterpoly

Siehe hier: https://www.spurnull-magazin.de/neuheiten/rund-ums-gleis/rillengleis-pflaster/

Die Rillenschienen von Fasterpoly (eigentlich handelt es sich ja eher um die Ausgestaltung des Raumes zwischen den Schienen) sehen sehr gut aus, aber preislich muss man da schon tief in die Tasche greifen. Für mich keine Alternative.

Zu kaufen HIER.


Rillenschienen von 1durch45

Das das Thema durch den 3D-Druck noch viele Möglichkeiten bietet, zeigt dieses Beispiel:

Hier: 1durch45

In dem Beitrag sind die zusätzlichen Bauteile für die Lenzgleise bereits so echt eingefärbt, dass man den "Rost" förmlich spüren kann. Ich denke, dass ich hier bei Zeiten auch noch einen Beitrag zu schreiben werde.

Bei shapeways.com ist von NUMA ein Set mit einer Gesamtlänge von 4,8 m bestellbar.

Dr. Lehnhardt

Die Straßenbahn-Modelle und auch das Gleissystem sind sicher für den bestimmten Zweck voll ok, aber für mich nicht geeignet. Wie er selbst schreibt, handelt es sich um Blechspielzeug.

Das Gleissystem (ich denke, dass es von ETS stammt oder?) sieht gut aus und lässt sich schnell aufbauen.



Das Sortiment hat bei den gebogenen Schienen leider nur einen einzigen Radius von 317,5 mm. Wie soll man da einen Parallelteilkreis herstellen?

Hinweis: Die Firma Lehnhardt existiert leider nicht mehr. Die Gleise gibt es zum Teil noch zu kaufen. Wie lange noch? Keine Ahnung.

Hier kostet ein ca. 1 Meter gerades Gleis etwa 33 Euro (4 x 240 mm Gleis) und das inkl. Pflasterung.
 

Bünnig-Modellbau

Die Firma Bünnig-Modellbau stellt diverse gelaserte Teile für die Spur 0 her. Auch ein Gleis mit einer Rillenschiene ist auf der Homepage zu finden. Das ist wahrscheinlich für eine Werk- oder Hafenbahn konzipiert. Einen Preis konnte ich leider nicht ausfindig machen. Die Optik ist sehr gut.

Profilwalze

Im 3D-Druckverfahren lässt sich eine Art Profilwalze herstellen, mit der man schnell und auch sehr wirkungsvoll ein gepflastertes Gleis herstellen kann. Der Maßstab passt zwar nicht, aber das ist ja änderbar. Ich habe diese tolle Idee auf www.Shapeways.com gefunden:

Straßenbahnschienenwalze

Rillenschienen - FREMO - Freundeskreis Europäischer Modellbahner

Die aufgezeigten Lösungsvarianten lassen sich durchaus von H0 auf die Spur 0 übertragen.

Link

Rillengleis in Spur 0

Letztmalig 2009 aktualisiert. Dennoch möchte ich die Seite von Stefan Karzauninkat aus Hamburg mit aufnehmen, weil er einen vergleichbaren Lösungsansatz dokumentiert hat:

Link

Buntbahn.de

Letztmalig am 20.07.2010 aktualisiert, aber dennoch sehr interessant!

Link

Gleisbau in Spur H0

Auf der Homepage "Jans Modellstraßenbahnseiten" findet man sehr anschaulich dargestellt die unterschiedlichen Lösungsvarianten und eine sehr ausführliche Baubeschreibung für H0-Straßenbahngleise (sehr empfehlenswert).

Link

Schienenbiegevorrichtung für LGB

leider gibt es für die Spur 0 keine handelsübliche Biegevorrichtung. Im Internet findet man aber ganz gute Bauanleitungen ... und das sollte doch ein Modellbauer hinbekommen. Man muss ja das Fahrrad nicht neu erfinden. Allerdings muss man mindestens 100 "Taler" berappen.

Link 1

Selbst ein ausgedienter Schraubstock kann noch für eine Biegevorrichtung nützlich sein. Einfach und genial!

Link 2

Kleinste Gleis- und Weichenradien

Wer weiß was? Meine Recherchen in Sachen Gleisradien bei Straßenbahngleisen sind eher mau ausgefallen. Leider kenn' ich keinen Gleisbauer. Gefunden habe ich zwei Angaben: München mit 14,5 m und Berlin mit 16,0 m. Umgerechnet in den Maßstab 1:43 sind das 337,2 mm bzw. 372,1 mm bzw. im Maßstab 1:45 sind das dann 322,2 mm bzw. 355,6 mm.

Auf meiner Anlage habe ich ca. 400 mm für den kleinsten Radius verbaut (bei 2-spuriger Ausführung = der Innenradius). Als Orientierung dienten Informationen von den H0-Bahnern, die mit 200 mm gute Erfahrungen gemacht haben ... also einfach mal 2 gerechnet. Ich finde die 400 mm gar nicht so verkehrt, schließlich sollen ja auch Fahrzeuge der "Neuzeit" die engen Kurven durchfahren können. Für den Außenkreis sind 480 mm bis 500 mm praktikabel.

Nehmen wir mal die 400 mm als Basis für eine Eigenbau-Weichenkonstruktion.

Dann sieht das in etwa so aus:




Welche Maße haben eigentlich die handelsüblichen Schienen für die Lehnhardt-Straßenbahnen?
Die Weichen und Gleisbögen haben einen Winkel von 45°. Die Radien für die Gleisbögen betragen 317,5 mm. Bei den Weichen gibt es zwei verschiedene Ausführungen mit Radien von 317,5 und 170 mm.

Tillig bietet ja für die Spur H0 ein sehr gutes Gleissystem an. Die Gleisradien werden mit 204 mm und 250 mm genannt. Das passt ja auch zu 400 bis 500 mm für die Spur 0. Die Weichenwinkel betragen 25° und 30°.

Weitere Informationen sind im Wiki zu finden (unter Straßenbahnen ... ziemlich weit unten).

Hier noch ein Bild vom Parallelgleis:



Zum Vergleich wurde ein Gotha-2-Achser im Maßstab 1:43 einmal eingefügt. Unter 400 mm sollte der Innenradius auf keinen Fall sein. Um für größere Fahrzeuge Begegnugsverkehr auch in den Kurven zu ermöglichen, sollten die Gleise einen größeren Abstand erhalten.

Das ist insbesondere bei größeren Modellen wie dem T4D notwendig:



Neue Version:



Auch bei den größeren Fahrzeugen im Maßstab 1 : 43 passen die obigen Maße noch, aber es wird schon deutlich enger. Da ist meine Empfehlung, den äußeren Radius auf mind. 500 mm zu erhöhen.



Alternativ kann auch der Innenradius auf 500 mm gesetzt werden und der Außenradius auf 600 mm. Ein Testaufbau mit einem Flexgleis schafft Klarheit.

Auf Grund der Vergrößerung des Gleisabstandes müssen die Weichen noch einmal geändert werden:



Bei den Radien habe ich mich an Modellwerk orientiert (200 und 240 mm einfach verdoppelt). Diese Seite scheint es nicht mehr zu geben!?

Beim Weichenbogen habe ich 22,5° analog Hartelt genommen.

Beide Angaben sind im Wiki-Link (siehe oben) zu finden.

Was fehlt noch? Kreuzungen! Die Maße ergeben sich aus dem Abstandsmaß des Parallelgleises. Die Winkel sind ja im Prinzip frei wählbar und hängen vom konkreten Anwendungsfall ab.

Was interessanter ist, ist ein doppelgleisiger Abzweig.



Im Gegensatz zu den Weichen, die nur ein Herzstück haben, sind hier 4 Herzstücke notwendig.


Update v. 17.01.2020





Update v. 24.11.2020:

Es war nicht einfach, hier was Gescheites zu finden. Ein Versuch ist es wert ...

 
 In einem Forum habe ich für PolaMaxi die Angabe "800 mm" gefunden. Ein Nachmessen an meinen Schienen ergab allerdings rund 600 mm. Leider fehlt an den Schienen ein Hinweis auf den Radius.

Ein Katalog aus dem Jahre 1971 hat Gewissheit gebracht.


Schienenprofile

Die Schienenprofile für die Spur 0 haben sich immer mal wieder geändert. Es gibt zwar eine europäische Norm (NEM 120), aber sie spiegelt nur teilweise die aktuellen Profile für die Spur 0 wieder.

Hier mal ein Versuch einer Übersicht:


Stand: 24.11.2020

Die Schienenprofile mit den Code's 124 (teilweise auch Code 125), 143 und 148 sind wohl die heutigen Standards für die Normalspur für die Spur 0.

Eine interessante Lösung für saubere Gleisabstände habe ich hier entdeckt:

https://www.spurnullwelt.de/die-gleisverlegung.html


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