Spurnullbahner

NGT8D Nr. 1364

Niederflurgelenktriebwagen

Stoff zum Einlesen --> Hier

Steckbrief

Daten vom Vorbild

Serie

1354 bis 1372

Straßenbahnbetrieb

VEB (K) Magdeburger Verkehrsbetriebe

Hersteller

siehe hier

Baujahre

2002

Spurbreite

1.435 mm

Maße

Länge: 29.300 mm
Breite:   2.300 mm
Höhe:    3.440 mm

Einstiegshöhe: 300 mm

Achsabstand

 

Leermasse

34 t

Höchstgeschwindigkeit

70 km/h

Motorleistung

4 x 95 kW

Elektr. Ausrüstung

Adtranz

Sitzplätze / Stehplätze

71 / 151

Bemerkungen

Der Hersteller der Wagenkästen der Fahrzeuge 1301 - 1325: Waggonbau Dessau,
ab dem Fahrzeug 1326: Waggonbau Bautzen
(LHB)

 
  Bilder vom Vorbild


















Und jetzt auch noch ein Foto vom 1364 in der Standardlackierung, welcher als Modell von mir gebaut wurde:


Quelle: © T. Kliem, 11.07.2003, Aufnahme Breiter Weg / Alter Markt, Linie 10, Richtung Sudenburg
 



Das letzte Lieferlos wurde 2012 mit insgesamt 11 Fahrzeugen ausgeliefert. Rein äußerlich ist diese Serie an den runden Scheinwerfern zu erkennen. Unten im Bild der Wagen mit der Nummer 1374 an der Endhaltestelle Kroatenweg in Sudenburg mit MVB-Eigenwerbung ... ja warum denn nicht. Sieht gut aus! (30.08.19).






Dieser Link zeigt eine gute Übersicht der gelieferten Fahrzeuge im Zeitraum zwischen 1995 und 2012: HIER


 


 
Daten vom Modell

Wagennummer

1364

Ausführungsvariante

In Standardlackierung

Baujahr

Fertigstellung 12/2009

Maßstab

1 : 45

Spurbreite

32 mm

Bauweise

Erster Niederflur-Gelenktriebwagen in Spur 0, Handarbeitsmodell, Unikat nach Zeichnung gebaut

Material

geätzte Messingbleche 0,5 mm dick (Fa. Seamann), Zurüstteile z. T. aus geätztem Neusilberblech 0,3 mm (Dachaufbauten), Messing-Drehteile

Betriebsart

Digital, 2 Lenz-Golddecoder und 1 Lenz-Funktionsdecoder (DCC)

Antrieb

Je Antriebsdrehgestell (vorn und hinten) 2 Faulhaber-Motoren, beide Achsen über Schneckenantrieb angetrieben, die beiden mittleren Drehgestelle sind wie beim Vorbild antriebslose Laufdrehgestelle

Bemerkungen

Faltenbalgherstellung (mit freundlicher Unterstützung von Herrn R. Liebsch) 

Fahrzeug ist voll fahrfähig, kleinster Radius: ca. 350 mm

Innen- und Außenlicht (einzeln schaltbar), Besonderheit: mit Blinklicht 

sowie mit kompletter Inneneinrichtung

 
  Bilder vom Modell


Einstiegsseite


Rückseite


Vorderteil


Mittelteil



Hinterteil

Es wird eine ausführliche Baubeschreibung folgen ("Material" ist genug vorhanden). Wenn die Zeit es zulässt.



Auf dem Bild zu sehen sind die 3 Wagenkästen und die 3 Dachteile mit allen elektrischen Bauteilen.

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Bitte Platz nehmen. Es geht gleich los.



Für den NGT8D habe ich zunächst 3 verschieden Bleche mit den Hauptteilen ätzen lassen.



Blech 1 enthält unter anderem die Seitenwände des vorderen und hinteren Fahrzeugteils.



Teil 2 enthält alle 3 Bodenbleche, 2 Dachbleche, die Bleche für die angetriebenen Drehgestelle, Dachaufbauten, ...



Blech 3 enthält die Wandbleche für den mittleren Wagenkasten, das 3. Dachblech, Dachaufbauten, die Bauteile für die Drehgestelle des Mittelwagens ...

Auf allen Blechplatten befinden sich diverse Bauteile, die später näher erklärt werden.






 
An den Seitenwandblechen befinden sich bereits im oberen Bereich die Blechstreifen für die Dachverkleidung. Durch geschicktes mehrfaches Biegen der Blechstreifen wird ein nahezu fertiges Seitenblech hergestellt, welches extrem an Steifigkeit gewinnt. Die Biegekanten sind wie bei meinen anderen Bausätzen einseitig als dünne Linie geätzt (halbe Dicke). Die Linienbreite sollte in Abhängigkeit von der Blechdicke gewählt werden. Weiterhin ist die Breite davon abhängig, ob das Blech nur um 90° oder um 180° umgebogen werden soll. Je größer der Biegeradius, desto breiter die Linie. Bei 90° reicht die einfache Blechdicke aus. Gelb dargestelle Flächen in den Zeichnungen bedeuten "halbe Dicke" (eine Seite wird komplett weggeätzt).



(wird fortgesetzt)




Die letzten Nachtschwärmer wollen schnell und sicher nach Hause. Gute Nacht! Es ist Feierabend!

Beiwagen für NGT8D

Seit 2011 sind in Magdeburg insgesamt 11 Beiwagen vom Typ B6A2 im Einsatz:





Auffällig ist die Gestaltung der Drehgestellverkleidung ... in Anlehnung an den Gelenkzug.

Es geht natürlich auch bunter:





Weiterführende Informationen sind HIER zu finden (im unteren Teil des Artikels).

Im Straßenbahnmagazin Heft 5/2011 ist ein 4-seitiger Artikel dazu erschienen. Kann ich empfehlen.



Viertes und letztes Lieferlos mit neuer Frontansicht

Das vierte und auch vorerst letzte Lieferlos besteht aus insgesamt elf Wagen. Am 19. Juli 2012 wurde das erste Fahrzeug in Betrieb genommen.
 
Eine auffällige Änderung betrifft die Gestaltung der Vorder- und Rückfront. Die Neugestaltung würde ich als gut gelungen bezeichnen.

Die MVB hat insgesamt für die elf Fahrzeuge ca. 32 Mio. Euro ausgegeben.

Seit dem 25. März 2013 sind alle neu gelieferten NGT8D im regelmäßgen Betriebseinsatz.



Update v. 12.12.19:


Der NGT8D 1364 zeigte sich bei einem Besuch in Magdeburg ziemlich "rockig":







... aber man kann ja nicht ständig die Lackierung beim Modell ändern oder?





Das folgende Foto ist insofern wichtig, weil es die Höhenverhältnisse zwischen Triebwagen und Beiwagen ganz gut zeigt.



In dem Video sieht man, dass die Höhenverhältnisse schon ganz gut passen. Ggf. muss der B6A2 um einen Milimeter höher gebaut werden. Außerdem kommen ja noch die Dachseitenbleche hinzu. Dann sieht das auch schon wieder ganz anders aus.

Beim Modell sieht es im Moment so aus:



13.11.2021

Beginn Umbau des NGT8D 1364

Der Ende 2009 fertiggestellte NGT8D Nr. 1364 bekommt eine Generalüberholung in der Hauptwerkstatt. Die drei wichtigsten Umbaumaßnahmen sind:
1. Überarbeitung der elektr. Ausrüstung
2. Änderung der Fronten vorn und hinten
3. Neue Sitze

Zunächst wurden die drei Wagenteile voneinander getrennt und die Dächer abgeschraubt. Danach wurde die gesamte (!) Verdrahtung inkl. Decoder zurückgebaut. Weiterhin wurden die beiden Fahr-Drehgestelle und die Sitze ausgebaut.


1. Überarbeitung der elektrischen Ausrüstung

Alle drei Decoder (2 x Lenz H0 V5 und Lenz-Fkt.-Decoder) werden oben aus den Wagenkästen entfernt.
Neu verbaut werden zwei ZIMO MX64H (aus der Restekiste) mit zahlreichen Funktionsausgängen und ein Uhlenbrock Fkt-Decoder.

Neu: Die Wageninnenbeleuchtung wird bei allen drei Wagen unterhalb der Dachbleche befestigt. Die Stromversorgung zwischen Dach und Wagenkasten erfolgt über Federkontaktbleche. Das hat den Vorteil, dass man nahezu freien Zugang zu den Sitzen hat. Die Kontakte werden isoliert montiert, damit es keinen Masseschluss gibt.

Vorher:



Nachher:



Der Decoder des vorderen Wagenteils wird in der Zwischenwand der Fahrerkabine eingebaut. Das reduziert die Länge der zu verlegenden Kabel deutlich. Weiterhin wurde bereits der Wagenboden unterhalb der Fahrerkabine aufgeschnitten (Dremel mit Trennscheibe), um Platz für die elektr. Ausrüstung zu bekommen.

Der Decoder für den mittleren Wagen wird vorn/oben unterhalb des Querträgers des Wagenkasten eingebaut. Da die beiden kleinen Drehgestelle über keine Stromabnahme verfügen, wird die rote und der schwarze Litze bis unter den Wagenboden verlegt und an zwei Kabel angeschlossen, die den Vorder- mit dem Hinterwagen verbinden, um den Funktionsdecoder mit Strom zu versorgen. Einbau und Anschluss der LED-Leiste erfolgt unterhalb des Daches.

Der Decoder und die Platine mit den Vorwiderständen für den hinteren Wagen befinden sich jetzt unterhalb des letzten Perrons. Auch hier wurde der Wagenboden entspr. geöffnet. Alle Kabel wurden neu verlegt und an den Decoder bzw. den Vorwiderständen angeschlossen.

Die beiden motorisierten Drehgestelle bekommen eine 4er- Steckerverbindung, die sich unterhalb des Wagenbodens befindet. Und wie bereits oben geschrieben gibt es eine Verbindungsleitung (mit Stecker und Buchse) zwischen allen drei Wagen unter den Wagenböden, um für eine optimale Stromversorgung zu sorgen. Damit werden keine (sichtbaren) Steckerverbindungen zwischen den einzelnen Wagenteilen mehr benötigt. Eine Teilung des Wagenzuges - warum auch immer - ist mit den Änderungen viel einfacher möglich.

Alle drei Decoder bekommen die gleiche Adresse. Die Funktionstasten werden wie folgt zugeordnet:
F0: Licht vorn und hinten (richtungsabhängig umschaltbar Weiß/Rot)
F1: Blinker links (vorn/hinten/seitlich)
F2: Blinker rechts (vorn/hinten/seitlich)
F3: Licht Fahrerkabine
F4: Wageninnenbeleuchtung

2. Änderung der Fronten vorn und hinten

Da gerade der hintere Wagenkasten umgebaut wird, wurde auch gleich das Heck angepasst.

Vorher:



Nach Umbau:



Das Vorderteil ist auch fertig.

Vorher:



Nachher:



Jetzt fehlen nur noch die neuen bzw. geänderten Sitze.


3. Neue Sitze


Die ursprüngliche Ausführung der Sitze hat sich im Nachhinein als zu hoch herausgestellt. Man könnte versuchen, die alten Sitze umzubauen (zu kürzen) oder neue Sitze herstellen und einbauen. Mal schauen ....

Ein Einkürzen der Sitze in der Höhe ist gut machbar. Also wird es so sein. Rechts im Bild der erste gekürzte Sitz.



 Na ja das Stoffmuster kann man kaum nachmachen.



19.11.2021:

Die Sitze sind gekürzt und müssen nun für den Einbau vorbereitet werden. Bei der Gelegenheit habe ich mihc noch einmal mit der Anordnung der Sitze im hinteren Wagenteil beschäftigt. Im Netz gibt es unterschiedliche Angaben. Eine Zeichnung von Alstom sieht so aus (eigene Skizze):



Alstom hat insgesamt 25 Sitze angegeben. Ich bin auch der Meinung, dass ich diese Variante schon gesehen habe. Wenn das stimmt, dann bekommt die Doppeltür auch keinen blauen Taster! Jemand hat nähmlich bemängelt, dass der blaue Taster an meinem Modell fehlt.



Abder bei der Sitzanzahl von 25 wäre es logisch, dass der blaue taster auch fehlt, weil ja der Platz für Kinderwagen nicht vorhanden ist.

Die andere Variante sieht so aus, dass die beiden Sitze mit dem roten Rahmen nicht vorhanden sind und die blauen Sitze um 180 Grad gedreht wurden.

Also so:



Damit würde man im Hinterteil 23 Sitze, im Mittelteil 28 und im Vorderteil 18 plus 2 Klappsitze, also auf insgesamt 71 Sitze kommen.

Es gibt weitere Detailunterschiede. Die linken Doppelsitze im Mittelteil haben einmal Griffstangen, die bis zur Unterkante des Innenraumes führen und bei einer anderen Ausführung nur die Griffe.

Variante 1:



Variante 2:



Leider weiß ich jetzt nicht, welche Ausführung der TW 1364 hat. Doch! Ein Bild von der "Kaffeebohne", TW 1369 (Aufnahme 2008), der zum selben Lieferlos gehört, hat Licht in den Tag gebracht. Die Wagen haben im Mittelwagen auf der linken Sitzreie (Doppelsitze) Stangen und keine Haltegriffe ... das muss aber heute nicht mehr so sein.

21.11.2021: Der Umbau ist fertig.



Eine Probefahrt ist erfolgreich absolviert.

Update v. 30.07.2022:

Der 1364 hatte leider einen Lagerschaden im hinteren Fahrgestell. Eine gute Gelegenheit, etwas neues auszuprobieren.

Es wurde ein Drehgestell als 3D-Druck gezeichnet und im Gegensatz zum bisherigen Drehgestell mit Kugellagern versehen. Der Motoraufnahmeblock wurde vom 1302 übernommen (nur die Höhe musste um 1 mm reduziert werden.



Der Rahmen:



In die Radlageröffnungen kommen Kugellager 2 x 5 x 2mm. Sicherheitshalber werden sie außen mit einem Messingwinkel gehalten. Dieser ist von unten mit einer M1-Schraube befestigt.

Unten hat der Rahmen Öffnungen, damit man die Radsätze einsetzen kann. Die Kugellager werden dann nur noch von außen auf die Achsstummel aufgesetzt und in den Rahmen eingepresst.

Das Antriebskonzept ist geblieben: Schneckenzahnradantrieb mit 2 Faulhabermotoren 1319.

Vorn und hinten sind Halterungen für die Stromabnahme vorhanden.

Was auch neu ist, ist die Möglichkeit, die seitlichen Blenden von oben in eine Nut zu stecken. Das ist eine echte Verbesserung, damit man die Blenden jederzeit auch abnehmen kann (z. B. zum Ölen der Kugellager). Man könnte sogar die Kugellager zwecks Reinigung wieder ausbauen, entfetten und wieder einbauen.



Das Konzept könnte bei Bedarf auch für die anderen Drehgestelle der beiden NGT8D's schnell umgesetzt werden.

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