Spurnullbahner

TW 1 + BW 230

Steckbrief Triebwagen 1



  Daten vom Vorbild

Serie

TW 1 bis 100

Straßenbahnbetrieb

Magdeburger Straßen-Eisenbahn-Gesellschaft

Hersteller

Waggonfabrik Falkenried Hamburg

Baujahre

TW 1 bis 13:     1898
TW 14 bis 92:   1899
TW 93 bis 100: 1900

Spurbreite

1.435 mm

Motorleistung

TW 1 bis 13:       2 x 21 KW („Schnellläufer“)
TW 14 bis 100:   2 x 15 KW

Elektr. Ausrüstung

TW 1 bis 92: UEG
TW 93 bis 100: AEG

Bemerkungen

Später erfolgten diverse Umbauten der Triebwagen zu Arbeitstriebwagen, Beiwagen und geschlossenen Triebwagen

Historie des TW 38

1934: Umbau zu ATW 522
1960: Umnummerierung zu ATW 722
1967: Verkauf an eine Privatperson (ohne Fahrgestell), Nutzung als Gartenlaube
1998-1999: Restaurierung, das Fahrgestell wurde von einer ehemaligen Turmlore genommen
Seit 2005: Dauerleihgabe bei den MVB
Soll wieder in einen fahrfähigen Zustand versetzt werden.

Siehe auch hier: Fahrzeugdaten TW 38

 

  Bilder vom Vorbild

 
 

Der TW 38 aus der Serie 1 bis 100 steht heute im Straßenbahnmuseumsdepot in Magdeburg Sudenburg. Er ist bis auf die Motorisierung nahezu komplett aufgearbeitet. Leider ist das so nicht ganz richtig, wie ich jetzt erfahren ahbe. Eine Motorisierung würde bedeuten, dass ein deutlich stabileres Fahrgestell neu angefertigt werden müsste. Die Kosten sind mit rund 50 Tsd. Euro leider sehr hoch. Aber es wäre doch ein Träumchen oder etwa nicht.

Bilder von Fahrgestellen sind oft eine Rarität. Vom TW der Serie 1 bis 100 gibt es einige wenige Fotokopien in meiner Sammlung:
 
Diese Fahrgestelle fand man noch mehrere Jahrzehnte in abgewandelter (verkürzter) Form unter Loren und anderen Hilfswagen (Bauwagen). Die auffällige "Leichtbauweise" war nur auf Grund der geringen Wagengewichte und geringen Anzahl an zulässigen Fahrgästen möglich. Insgesamt kam man Ende des 19. Jahrhunderts mit relativ wenig Material aus.

Siehe auch unter Sonderfahrzeuge / Magdeburger Lore

Der Museumswagen TW 38 verfügt über ein neu aufgebautes Fahrgestell, was sicherlich auch Sinn macht, falls eine Neu-Motorisierung einmal umgesetzt werden sollte.
  
  Daten vom Modell

Wagennummer

TW 1

Ausführungsvariante

Ursprünglicher Zustand mit Rollenstromabnehmer

Baujahr

Jan. 1999 bis Okt. 1999

Maßstab

1 : 45

Spurbreite

32 mm

Bauweise

Handarbeitsmodell, Unikat, nach Zeichnung gebaut

Material

Geätzte Messingbleche 0,5 mm dick (Fa. Seamann aus Pirmasens), Sperrholz (Dach), Messing-Drehteile

Betriebsart

Digital (DCC-Decoder) von Lenz

Antrieb

Faulhaber-Motor, beide Achsen über Schneckenantrieb angetrieben

Bemerkungen

Mit kompletter Inneneinrichtung, Innen- und Außenbeleuchtung, Lichtfunktionen können getrennt geschaltet werden, fahrtrichtungsabhängiger Lichtwechsel vorn und hinten

 
  Bilder vom Modell



Das Modell im noch (fast) unlackierten Zustand. Nur das Dach wurde bereits größtenteils in mattem "Grau" vorlackiert. Im fertigen Zustand besteht der Triebwagen im Wesentlichen aus 3 Teilen, die auseinander gebaut werden können: Wagenkasten, Dach und Fahrgestell (mal von der Beschilderung abgesehen). Das erleichtert auch die Lackierung der Hauptbauteile.

Das Fahrgestell in der Bauphase:



TW 1 auf der Linie 6 Rathaus - Friedrichstadt - Herrenkrug:



Teilesatz für TW 1 (1. Versuch)

 

Zeichnung 1 der Rückseite der Messingätzplatte 0,5 mm dick (geätzt von der Firma Saemann in Pirmasens).

Im Laufe der Zeit erfolgten weitere Optimierungen an den Teilen, um die Bauzeit zu verkürzen und auch das Bauen an sich zu erleichtern. Unten ist letzendlich die 3. und letzte Fassung zu sehen. Die Teile sind durchnummeriert, falls mal ein Baussatz inkl. Bauanleitung daraus entstehen sollte.


Mit diesen Teilen ist der Bau von 3 verschiedenen Varianten möglich.
- Ursprungszustand
- Arbeitstriebwagen (siehe "Sonderwagen")
- Wagen mit geschlossenem Perron (siehe Buch von Klaus Günther "Magdeburger Straßenbahnen" S. 85, TW 6)

Das Fahrgestell besteht aus zwei Hauptteilen (Bild oben: Teile-Nr. 5, Bild unten: Teile 17 und 18), die mittig über zwei Verbindungsbleche verfügen. Beide übereinander gelegt garantieren eine gute Symmetrie und vereinfachen den Zusammenbau erheblich.


Die Bodenkonstruktion besteht aus 2 Hauptteilen. Beide Teile (Teile-Nr. 1) zusammengesetzt ergeben ohne viel Zutun eine stabile Bodenplatte, die im mittleren Bereich (Wageninnenbereich) über eine erhöhte Fläche verfügt (Fahrgastraum). Einerseits entspricht dies dem Vorbild und andererseits bekommt man gleich den Freiraum für den Motor und die Radsätze unterhalb des Fahrgastraumes.

Durch das Anbringen von Laschen und dazu passenden Schlitzen können Teile einfach positioniert und fixiert werden (Löten), z. B. bei den beiden Trennwänden (Teile-Nr. 4). Diese passen in die Schlitze, die sich auf dem Bodenblech befinden.

Die Trittstufen sind so konstruiert, dass sie bereits am Bodenblech mit "angeheftet" sind (Teile-Nr. 1). Durch wenige Biegevorgänge bekommt man fertige Trittstufen. Auch die beiden Längssitzbänke (Teile-Nr. 3) sind fast fertig. Durch Biegen (Biegelinien sind bereits vorhanden) bekommen sie die richtige Form und mit Hilfe der 3 Laschen werden sie am Bodenblech (Teile-Nr. 1) befestigt.
                                                                                                                                                   
 
Auch befinden sich jetzt die Zierelemente bereits an den oberen Enden der Seitenwände (Teile-Nr. 2). Das erspart das nervige Anlöten dieser doch recht zierlichen Elemente (in der Zeichnung ganz oben rechts zu finden).
Beim ersten Wagen habe ich noch die Türen aus einzelnen Bauteilen mühsam zusammengesetzt. In der letzten Zeichnung sind die 4 Türen quasi einbaufertig und werden von oben in zwei Rohrsegmente nur noch eingesteckt.


TW mit Stangenstromabnehmer

Der TW besteht aus 3 trennbaren Hauptbaugruppen: Wagenkasten, Fahrgestell und Dach (Bild wird noch ausgetauscht)


Im Inneren des Triebwagens sieht man die beiden Längsbänke. Die leistenartige Struktur ist bereits beim Zeichnen berücksichtigt wurden (fein geätzte Linien). Auch auf dem Dach gibt es ein gutes Beispiel, wie man sich die Arbeit erleichtern kann. Die beiden Laufbretter haben bereits eine geätzte Holzmaserung. Die Trennwände verfügen bereits über je 3 Metallstäbe (links und rechts von der Tür). Das sollen nur mal 3 Beispiele sein ...

Es folgt noch eine Unteransicht ...

Bei TW 1 habe ich das Fahrgestell noch aus diversen Messingprofilen zusammengesetzt. Das Problem hierbei ist die Einhaltung der Maßhaltigkeit. Wer baut sich schon Löt-Vorrichtungen, wenn ein schnelles Ergebnis angestrebt wird Ist aber grundsätzlich zu empfehlen! Bei allen weiteren Varianten waren es dann fertige Ätzteile, die mit wenigen Biegevorgängen als Grundgerüst schnell hergestellt werden konnten.


Verbaut wurde ein Faulhabermotor vom Typ 1319 015S mit 2 Wellenenden und einer Schwungmasse 13 x 6 mm aus Messing. Ob die Schwungmasse einen echten Effekt hat, sei dahingestellt ...

Auf den Motorachsenden befinden sich beidseitig je ein Schneckenzahnrad mit Modul 0,4 eingängig (8,8 x 3 mm).

Eine Zeichnung zur Prüfung des Einbaus von nur einem Faulhabermotor hat diese Variante letzendlich vorher auch bestätigt.



Die verwendeten Speichenradsätze (8 Speichen) sind von Slaters, beidseitig isoliert, Durchmesser der Lauffläche 18,75 mm. Ein Maß zwischen 16 und 17 mm wäre besser gewesen. Leider gab der Markt das im Jahre 1999 nicht her. Das Schneckenzahnrad wurde nach Demontage einer Radscheibe durch Erwärmen aufgeschoben und mittig auf die Achse positioniert. Nach dem Abkühlen sitzt es absolut fest. Die Radachsen haben einen Durchmesser von 3,13 mm, die Achsenden 1,75 mm.

Der Lenzdecoder befindet sich rechts neben dem rechten Radsatz. Fahrgestell und Wagenkasten sind mit einer Steckverbindung (links vom linken Radsatz zu sehen) elektrisch verbunden. Das empfiehlt sich unbedingt, damit das Fahrgestell für Wartungsarbeiten vom Wagenkasten getrennt werden kann. Genauso ist das Dach mit einem Stecker elektrisch trennbar und dadurch in einem Stück abnehmbar.

Die Kupplungsaufnahmen sind von Roco (handelsübliche Ausführung für Spur H0). In den genormten Schacht können je nach Bedarf unterschiedliche Kupplungen eingesteckt werden.

Bei TW 1 und BW 230 werden die Eigenbaukupplungen aus Messing für den Nullleiter (blau) genutzt ... 

 

Elektrische Ausrüstung

... das ist sinnvoll, weil der sehr geringe Radabstand eine Zusatzstromversorgung über den Beiwagen erforderlich macht. Die ... oh je, ob das wirklich so stimmt, muss ich noch einmal prüfen!!!

(weitere Ausführungen folgen ... E-Plan)


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Ein ausführlicher Baubericht ist leider zur Zeit nicht möglich, weil ich aktuell diesen Wagen nicht bauen werde (Teilesatz ist zwar vorhanden, aber andere Projekte stehen noch auf der Liste ganz oben). Meine vorhandenen Fotos reichen für eine ausführliche Baubeschreibung leider nicht aus. Fazit: wenn man es versäumt, bereits in der Bauphase die Fotos zu machen, dann sieht es hinterher traurig aus.

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Steckbrief Beiwagen 230

Daten vom Vorbild

Serie

BW 201 bis 260

Straßenbahnbetrieb

Magdeburger Pferde-Eisenbahn-Gesellschaft
Magdeburger Straßen-Eisenbahn-Gesellschaft

Hersteller

?

Baujahre

Wagen 230 Bj. 1884
1877 bis 1892 (unterschiedliche Baujahre)

Spurbreite

1.435 mm

Maße

Wagenkastenlänge:   6.000 mm

Achsabstand

1.500 mm

Sitzplätze / Stehplätze

14 Längsbank links und rechts (Holz)
12 Stehplätze

Bemerkungen

1899 Umbau aus ehemaligen Pferdebahnwagen Nr. 34 der Serie 1 bis 62.

Bis 1927/30 wurden alle Wagen verschrottet.

Der BW 255 stand bis Anfang der Neunziger Jahre als Gartenlaube im Kroatenweg Nr. 16 (Verbleib unbekannt).

 

Bilder vom Vorbild

(leider nicht verfügbar)

 

Daten vom Modell

Wagennummer

BW 230

Ausführungsvariante

Offener Beiwagen

Baujahr

Okt. 1999 bis April 2000

Maßstab

1 : 45

Spurbreite

32 mm

Bauweise

Handarbeitsmodell, Unikat, nach Zeichnung gebaut

Material

Messingblech, -profile, Sperrholz (Dach)

Bemerkungen

Mit kompletter Inneneinrichtung, -beleuchtung

 

Bilder vom Modell












 

"Verwandte" Triebwagen und Beiwagen aus dem hohen Norden

Schaut man sich einmal das Fahrgestell an, so erkennt man eine große Ähnlichkeit mit den Triebwagen der ersten Serie (geliefert von Falkenried Hamburg ab 1898):

TW 3 des VVM

Und noch ein naher "Verwandter"

BW 310 des VVM

Und diese "Reste" könnten auch in die Serie passen. Ganz genau ist das natürlich nicht aus dieser Perspektive zu sagen. Muss ich wohl diesen Sommer unbedingt mal hinfahren.

BW-540 Torso
 


 
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