Spurnullbahner

TW 161 (Aufbauwg.)

 

Als Modell entsteht der Aufbautriebwagen 161 aus der Serie 158 bis 172.



Von diesen Aufbaufahrzeugen unter Verwendung eines Fahrgestells eines Dessauer Triebwagens gibt es keine mehr im Original. Sie wurden alle verschrottet oder sind anderweitig vorher verlustig gegangen. Da aber für die Falkenrieder Beiwagen 280 und 295 noch ein Triebwagen benötigt wird, wird es der TW 161 werden.

Die Bilder oben und unten zeigen den Zustand nach dem Umbau in Gotha (Umbaujahr: 1956).




Der TW 161 kurz vor seiner Verschrottung abgestellt.

 Daten vom Vorbild
 

Serie

158 - 172

Straßenbahnbetrieb

Magdeburger Straßen-Eisenbahn-Gesellschaft
ab 1938 Magdeburger Straßenbahnen AG (MSAG)
ab 1951 VEB (K) Magdeburger Verkehrsbetriebe

Hersteller

Waggonfabrik Dessau / Gotha

Baujahr

1925

Spurbreite

1.435 mm

Maße

Länge: 10.090 mm
Breite: ?
Höhe: ?

Achsabstand

3.000 mm

Motorleistung

2 x 37,5 kW

Elektr. Ausrüstung

AEG

Bemerkungen

24 Sitzplätze, davon 12 längs (4 x 3) und 12 quer (2+1)
33 Stehplätze
6 Wagen Kriegsverlust
Letzte Verschrottungen: 1975

Historie des TW 161

Baujahr: 1925
Umbau in Gotha: 1956
Verschrottung: 1975

 

 Daten vom Modell
 

Wagennummer

TW 161

Ausführungsvariante

Ca. 1969/70

Baujahr

2019

Maßstab

1 : 45

Spurbreite

32 mm

Bauweise

Handarbeitsmodell, Unikat, nach Zeichnung gebaut

Material

Geätzte Messingbleche und -profile (Fahrgestell)
3D-Druckteile (Wagenkasten- und -boden)

Betriebsart

Digital (DCC-Decoder von Lenz)

Antrieb

Motorisierung: 2 Faulhabermotoren Typ 1319 12 Volt
beide Achsen über Schneckenzahnradantrieb angetrieben

Bemerkungen

Innen- und Außenlicht (Funktionen einzeln schaltbar)
sowie mit kompletter Inneneinrichtung



 

Baubeschreibung

Der Wagenkasten wird als 3D-Druck hergestellt und mit weiteren Zurüstteilen versehen. Ich bin sehr gespannt. Es wird mein erster gedruckter Wagenkasten aus eigener Konstruktion.

Das Modell noch ohne Wagenboden, Fahrgestell und Innenleben:



Auf dem Dach fehlen auch noch 3 Teile. Der Druck ist beauftragt. Und wenn da (so Mitte Okt.), dann geht es weiter. Ein Scherenstromabnehmer liegt noch in der "Schatztruhe". Der passt gut zum Wagen 161 und deshalb wird es wohl dieser Wagen werden.



Für die Dachwiderstände werden die bekannten Bauteile verwendet, die dann mit einem Blech von der Ätzplatte abgedeckt werden.



Der Fensterrahmensatz (inkl. Gummidichtbänder) ist fertig gezeichnet und kann nun gedruckt werden.



Der Wagenboden wurde mit möglichst (fast) allen Teilen erstellt. Es fehlt im Prinzip nur noch der Fahrerstand.
Der kann nicht mitgedruckt werden, weil hierfür ein anderes Material verwendet wird. In der Mitte befinden sich zwei Öffnungen für die Faulhabermotore vom Typ 1319 und ein "Fach" für die Aufnahme eines Decoders.



Zusammengesetzt wird der Triebwagenkasten dann so aussehen:



Der Fahrerstand wird später noch mit der Kurbel für den Fahrschalter ergänzt, weil hier ein gutausgeprägtes Gussteil verwendet wird. Die Bremshandkurbel ist bereits vorhanden.





Das Teil ist hohl gearbeitet, so dass die SMD's für den Scheinwerfer und das Rücklicht von innen eingesetzt werden können.

Das Fahrgestell hat ein Nietenfeld, dass in etwa so aussieht. Das ist so markant, dass es nachgebildet werden sollte. Gesagt - getan.



Das Fahrgestell wird also aus Ätzteilen hergestellt.

Die Zeichnung (mit CorelDraw X5 hergestellt) sieht wie folgt aus (Vorderseite / Rückseite gespiegelt):



Das Fahrgestell besteht auf jeder Längsseite aus zwei Blechen, die mit U-Profilen zusammengesetzt werden. Die beiden äußeren Bleche erhalten zusätzlich je ein Nietenblechsatz (jede Seite 4 Teile). Das wird später beim Bau sicher verständlicher ....

Auf der Zeichnung sind auch noch Teile z. B. für das Dach zu finden. Dann das Sonnenschutzblech für den Fahrer und die Stangen für die Aufnahme der Zahlboxen. Die restlichen Lücken wurden wie immer mit Kleinteilen geschlossen. Es wäre ja schade um den Platz.



Wenn die Druckteile und die geätzte Messingplatte da sind, dann geht es in die eigentliche Bauphase. Das wird aber eher Mitte Oktober sein. Also bitte nicht wundern, wenn bis dahin nicht viel passiert.

Der Wagenboden wurde jetzt geliefert .... komisch, ich hatte doch alles als Komplettlieferung bestellt. Egal. Nun ist er da.



Die Tritte werden später von unten jeweils in eine Nut eingeklebt.



Bild oben: gut zu erkennen sind die Öffnungen für die beiden Faulhabermotoren, das mittig angeordnete Fach für den Decoder und die Verdrahtungsplatinen und die Radkästen.

Der Wagenboden ist fertig lackiert.



Da, wo die weißen Flächen sind, werden die Fahrerstände später aufgeklebt.

Der Wagenboden erhält auch schon mal die Motorisierung und die Kupplungsaufnahmen. Später werden die elektr. Kupplungsköpfe von BEMO eingebaut.



Die im Bild oben umgesetzte Motorbefestigung hat sich bereits bei den Gotha-Triebwagen bewährt. Die Drähte für die Stromabnahme von den Rädern werden auf die beiden Lötplatinen aufgelötet. So wird nicht eine einzige Drahtverbindung zwischen Fahrgestell und Wagenboden benötigt. Das hat wiederum den Vorteil, dass das Fahrgestell ohne einen größeren Aufwand abgenommen werden kann. Nur zwei Schrauben lösen und fertig.

Zukünftige Wagenböden dieser Bauart bekommen gleich die entspr. Bauteile, um die 8 Schrauben zu befestigen.




Heute sind die Ätzplatten für die Fahrgestelle der Triebwagen 161 und 143 (zukünftiges Projekt eines Düsseldorfer Triebwagens) von Herrn Moog gekommen. Sie sehen richtig gut aus. Auch die Nietenbleche sind sehr gut gewurden.





Nun kann es mit dem Fahrgestell losgehen :-))

Jetzt sind auch die gedruckten Teile eingetroffen. Der Wagenkasten sieht richtig gut aus. Mein erster als Druckteil!





Eine Frage ist ja immer wieder spannend. Passen alle Teile zusammen? Passt der Wagenboden in den Wagenkasten? Fast. Die Innenwände müssen jeweils um 0,4 mm nach außen geschoben werden. Man kann natürlich auch den Wagenboden anpassen. Das ist allerdings aufwendiger.





Als nächstes folgt die Farbgebung des Wagenkastens und das wird wieder lange dauern, bis die Oberflächenqualität akzeptabel ist. Also nicht wundern, wenn es an dieser Stelle ab jetzt etwas ruhiger wird.

Ein Testeinbau von drei "Fenstergummidichtbändern" ist gut verlaufen. Passt alles gut.



Die Lackierung des Daches ist fertig:



Die Lackierung des Wagenkastens hat mittlerweile gute Fortschritte gemacht.



Die fehlenden Dachteile - Widerstände ink. Abdeckung - wurden ergänzt ...



Der Stromabnehmer wurde mit einem selbst gedruckten Bauteil "unterfüttert", damit die richtige Bauhöhe erreicht wird und die Funktion nicht beeinträchtigt wird. Das Bauteil ist so gestaltet, dass es eigentlich überhaupt nicht auffällt.

Die Wagenbeleuchtung ist fast fertig. Eine Besonderheit stellt die stirnseitige obere Linienbeleuchtung dar. Da der Aufnahmekasten für die drei Mini-LED's (2,2 x 2,2 mm) vergessen wurde, musste er als Einzelstück nachgedruckt werden (wird später für andere Modelle gleich integriert). Er besteht aus dem Kasten und einem Deckel. Auf dem Deckel werden innen die drei LED's befestigt.



Die "Gummidichtungen" und die Verglasung sind erledigt:





Auch die beiden Fahrerstände sind bereits eingeklebt.



Nun kann es mit den restlichen Arbeiten der Verdrahtung des Wagenkastens weiter gehen.

Welche Lichtfunktionen werden umgesezt?

- Innenraumbeleuchtung
- Perronbeleuchtung vorn und hinten (richtungsabhängig)
- Hauptscheinwerfer vorn und hinten (richtungsabhängig)
- Rücklicht vorn und hinten (richtungsabhängig)
- Linienbeschilderung vorn oben

Die Verdrahtung ist fertiggestellt:



Am Wagenkasten wurden noch einige Zurüsteile ergänzt:



Für die Türklinken wurde auf die gedruckten Teile, die auch für die TW 15 und 23 verwendet wurden, zurückgegriffen.



Der Scheibenwischer stammt von der Ätzplatte des Fahrgestells. Für den Sonnenschutz wurde ein 1 x 1 mm Winkelprofil verwendet und nach der Farbgebung ein Stück von einem Negativfilm eingesetzt.

Der Stromabnehmer wird ganz zum Schluss auf dem Dach angebracht, auch wenn die Leine schon mal verlegt wurde.

Jetzt kann der Bau des Fahrgestells beginnen.

Die Teile sind aus dem Blech herausgetrennt und bereits entgratet wurden.



Die Nietenbleche werden an den beiden äußeren Fahrgestellblchen aufgelötet.

Bild unten: Vorder- und Rückseite der Bauteile:



Das fertige äußere Seitenblech für das Fahrgestell:



Das Fahrgestell ist bis auf die Blattfedern fertig zusammengebaut:



Die Einbauhöhe des Fahrgestells passt sehr gut, so dass auch die Motoren bezüglich der Einbauhöhe nicht mehr geändert werden müssen. Man muss ja auch mal Glück haben.

Der TW 161 ist fast fertig. Am Fahrgestell fehlen nur noch die Rohre für das Sanden der Schienen.





Fazit: ein Triebwagen aus geätzten Messingblechen kann zwei (Messing-)Beiwagen locker ziehen. Bei dem TW 161 ist es trotz Einbau von Blei-Gewichten zwar möglich, beide Beiwagen zu ziehen, aber es ist nicht wirklich optimal. Deshalb wird für den zweiten Falkenrieder Beiwagen ein Dessauer Triebwagen (Serie 158 bis 170 / Bj. 1925) als nächstes Bauprojekt begonnen. Der TW 124 muss also noch warten.

Es gibt oder gab auch noch eine Lore, die mit dem gleichen Fahrgestell versehen wurde. Der Arbeitsbeiwagen ist hier hinter ATW 756 zu sehen.

Das Projekt TW 161 ist hiermit abgeschlossen.




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Stand: Dezember 2019
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