Spurnullbahner

Vorortbahn

 

Triebwagen 182 und die Beiwagen 385 und 388 der Magdeburger Vorortbahnen

Die Magdeburger Vorortbahnen existierten als Straßenbahnbetrieb (Fahrbetrieb) zwischen 1921 und 1969 mit einer längeren kriegsbedingten Unterbrechung. Die Gründung der Aktiengesellschaft erfolgte allerdings bereits im Jahre 1912. Auch der Erste Weltkrieg führte zu erheblichen Verzögerungen der Baumaßnahmen. Siehe auch Hier.

Ja man könnte sie auch als Überlandbahn bezeichnen, weil zwischen den Orten Magdeburg und Schönebeck einfach nur Ackerland war. Ich denke, dass beides in Ordnung geht oder?

Die Vorortbahnen betrieben zu Beginn zwei Strecken. Die Linie 12 verkehrte zwischen Buckau und Westerhüsen und die Linie 14 zwischen Buckau und Schönebeck (zuerst nur bis Schönebeck-Frohse).

Auf jeden Fall handelt es sich bei der Vorortbahn um eine interessante Bahn, die leider heute nicht mehr existiert und nur ganz wenige Spuren hinterlassen hat, wenn man von noch vorhandenen Bildern und einigen Textbeiträgen absieht. Vielleicht hat da noch jemand Material für diese Seite ...

Meiner Erinnerung nach (ist schon wirklich lange her) war die Strecke außerhalb der Stadtteile überwiegend eingleisig gebaut. Der sichere Betrieb funktionierte mit einem "Staffelstab", später mit Lichtsignalanlagen ... ?

Auch eine Besonderheit stellten die Stromabnehmer dar. Da die Triebwagen im Lieferzustand Lyra-Stromabnehmer hatten, konnten sie stadteinwärts nur bis zur Endstelle Magdeburg-Buckau fahren. Erst mit zusätzlichen Rollenstromabnehmern ab 1923 war eine Weiterfahrt bis in die Stadtmitte (Kaiser-Wilhelm-Platz) möglich. In Buckau musste allerdings der Stromabnehmer gewechselt werden. Kurios oder? Kurze Zeit später kamen dann auch schon die Scherenstromabnehmer zum Einsatz (so ab ca. 1928).

Es gibt noch eine Kuriosität. In meiner Sammlung befindet sich ein Bild vom TW 8. Auf diesem Wagen ist seitlich Werbung mit der Aufschrift "Sachsenwerk - Eektromotoren" aufgebracht. Das Sachsenwerk Dresden hat zumindest eine Serie der Elektromotoren geliefert. Ob das womöglich ein "Geschenk" an den Motorenlieferanten war?

Einen hab' ich noch. Auch die Farbgebung der Originalfahrzeuge war anders. Ob man sich von der Magdeburger Straßenbahn absetzen wollte oder ob das ganz normal für die damalige zeit war, ich weiß es nicht. Welcher Farbton war das nun? Orangebraun?


Hier etwas zum Einlesen:



Quelle: Magdeburger Volksstimme

Der Begriff "Südost" ist meines Erachtens in diesem Fall mit "Westerhüsen" gleichzusetzen.